Ohne Begleitung zu einer Hochzeit

Wer Single ist, dem graut oft vor einer Einladung zu einer Hochzeit! Leider weiß ich, wovon ich spreche. Noch blöder ist es, wenn man dann auch noch an dem sogenannten “Restetisch” (= alle nicht mehr taufrisch, aber bisher keinen Partner abgekriegt, oder er hat vielleicht schon wieder das Weite gesucht) platziert wird.

Da steht ein Tag ganz im Zeichen der Liebe und zeigt einem auf, dass man selber gerade keinen hat, der einen liebt, oder den man lieben kann. Da sind ganz viele scheinbar glückliche Paare, die es geschafft haben und die einem plötzlich das Gefühl geben, nicht zu ihrem Club dazuzugehören. Man fühlt sich als Single zur Schau Schau gestellt.

Jedes Mal. wenn ich eine Hochzeitseinladung bekomme, weicht die Freude relativ schnell der Panik, die sich in mir breit macht. Jedes Mal hoffe ich, dass in den Monaten, die bis zur Hochzeit noch vergehen, zumindest ein vorübergehender Mr. Right meinen Weg kreuzt und mich an diesem Tag begleitet. Jedes Mal vergeht Woche für Woche und ich gehe letztendlich doch alleine.

Also, das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit meinem Singleleben – ich würde sagen, ich genieße es meist auch, so frei und unabhängig zu sein. Doch da gibt es halt die paar Tage im Jahr, wo man sich als Single als Mensch zweiter Klasse, um nicht zu sagen als Looser, fühlt: Weihnachten, Silvester, Valentinstag – und natürlich der Tag, an dem man alleine zu einer Hochzeit gehen muss.

Eigentlich müsste eine Agentur, bei der man sich eine Begleitung für solche Anlässe mieten kann, boomen. Doch wahrscheinlich würde so etwas nur in größeren Städten funktionieren. Denn man stelle sich mal vor: Meine Freundin Brigitte, die mein Single-Schicksal teilt, käme plötzlich auf der Hochzeit einer gemeinsamen Freundin mit Bert angetanzt, den ich mir bei der letzten Hochzeit gemietet hätte. Ich weiß nicht, ob das nicht noch peinlicher wäre, als alleine zur Hochzeit zu gehen?

Leave a Reply